Dienstag, August 14, 2018

Die Sonne schickt uns keine Rechnung...

...unter diesem Motto bauen viele Bürger zurzeit eine Solarstromanlage auf Ihr Dach. Seit dem EEG (Einspeise-Gesetz für erneuerbare Energien) lohnt sich die Anschaffung einer Solarstromanlage doppelt. Zum einen für die Umwelt, zum anderen aber auch für den Geldbeutel. Schafft man sich eine Solarstromanlage an, so erhält man für die nächsten 20 Jahre eine festgelegte Einspeisevergütung von zurzeit (2013) ca. 14 Eurocent/kWh - gesetzlich garantiert. Jedes Jahr sinkt die Einspeisevergütung für neu errichtete Solaranlagen um 5%. Daher ist der "run" auf Solarstromanlagen im Moment überwältigend. Die sinkende Einspeisevergütung wird durch fallende Kosten für die Anschaffung aufgefangen. Die Kosten der Module sinken pro Jahr zurzeit um ca. 5 - 10 %. Auch ohne nötiges Kapital für die Anschaffung einer Solaranlage kann man sich eine Solarstromanlage leisten. Dazu nimmt man einen Kredit auf, die Solaranlage zahlt diesen Kredit ab. Sicherheiten braucht man keine, hier langt die Solarstromanlage selbst als Sicherheit. (Einige Banken versuchen andere oder weitere Sicherheiten zu bekommen, lassen Sie sich darauf auf keinen Fall ein). Nach 20 Jahren hat sich der Kredit nicht nur von selbst getilgt, man macht sogar einen Gewinn. Die Höhe des Gewinns richtet sich nach der aktuellen Zinslage. Nach den 20 Jahren liefert die Anlage weiterhin Energie (voraussichtlich noch 15 Jahre). Diese Energie kann man entweder selbst verbrauchen oder an den meistbietenden verkaufen. In 20 Jahren dürte die Wasserstofftechnik im häuslichen Bereich Alltag sein. Die Energie der Anlage kann dann  benutzt werden um Wasserstoff zu erzeugen. Dieser wird gespeichert und bei Bedarf in Wärme und Strom umgewandelt.

 

Es gibt einige Dinge, welche bei der Planung beachtet werden müssen:

  • Wichtig ist eine Leistungsgarantie von mindestens 80 % auf 20 Jahre. D.h. nach 20 Jahren muss die Anlage (bzw. jedes einzelne Modul) noch mindestens 80 % seiner ursprünglichen Leistung abgeben.
  • Der eingesetzte Wechselrichter muss für jeden String einen eigenen MPP- Tracker haben. (Ein String ist ein Strang aus hintereinander geschalteten Modulen, MPP heißt "Maximum Power Point" - hierbei wird vom Wechselrichter dafür gesorgt, dass das Maximum an Energie aus dem String gezogen wird.
    NACHTRAG von Klaus Schäfer: bei gleicher Ausrichtung, Anzahl und Typ der Module pro String wird kein eigener MPP-Tracker pro Strang benötigt.Man sollte aber darauf achten, daß die Module in einem String in etwa den gleichen Nenn-Strom liefern, da das schwächste Modul im String ausschlaggebend ist und damit die Gesamtleistung bestimmt.
  • Ein Quadratmeter Solarzellen wiegt inklusive Tragegestell rund 20 Kilogramm (wichtig für die Statik).
  • Das Tragegestell muss aus Aluminium sein, alle Schrauben und Träger aus nicht rostendem Edelstahl (in keinem Fall verzinkte Materialien verwenden!).
  • Pro String werden (je nach Wechselrichter) rund 150 bis 500 Volt aufgeschaltet (die einzelnen Module eines Strings werden also in Reihe geschaltet).
  • Die gezahlte Mehrwertsteuer der Anlage wird über eine Umsatzsteuervoranmeldung innerhalb von rund 4 Wochen vom Finanzamt zurück erstattet. D.h. man zahlt im Endeffekt nur den Nettopreis der Anlage.
  • In einigen Gemeinden muss man ein Gewerbe anmelden, da man den Strom weiter verkauft.
  • Vom Finanzamt kommt nach der Gewerbeanmeldung ein Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Diesen sollte man ggf. mit fachlicher Hilfe (Steuerberater) ausfüllen.
  • Alle weiteren Kosten, welche durch den Aufbau und den Betrieb der Anlage (z.B. die Versicherung, Defekte an der Anlage etc.) entstehen kann man steuerlich absetzen.
  • Eine Versicherung vom ersten Tag des Aufbaus der Anlage ist überaus wichtig. (Allgefahrenversicherung, bzw. Elektronikversicherung)