Mittwoch, April 25, 2018

Erfahrungsbericht Citroen Saxo Electrique

 Update: April 2010

Ich fahre den Citroen Saxo Electrique mittlerweile seit mehr als 8 Jahren. Seither bin ich fast 51.000 Km gefahren. Mit leeren Akkus stehen geblieben bin ich: 0 mal ;-) Die Reichweite des Autos schwankt von 60 Km im Winter bis 95 Km im Sommer. Der Saxo besitzt einen Fahrer Airbag und keinen Beifahrer Airbag bzw. Seiten Airbag. Hier merkt man, dass der Saxo technisch nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand ist. Aus das Fehlen von ABS und ESP macht dies deutlich. Die Servolenkung ist leicht gängig und natürlich elektrisch. Im Bereich bis 50 Km/h ist der Anzug des Saxos überdurchschnittlich, ab 50 Km/h bis 95 Km/h ist er eher träge. Die Verarbeitung des Saxo ist ordentlich. Anfänglich waren die Betriebsgeräusche des Saxo's so gut wie nicht zu hören. Mittlerweile sind jedoch das Summen der Pumpe für die Servolenkung und das der Kühlmittelpumpe deutlich, wenn auch nicht besonders störend, wahrnehmbar. Nachtrag: Seit Einbau einer wartungsfreien Drehstrompumpe ist die Kühlmittelpumpe nicht mehr zu hören. Gerade in der kalten Jahreszeit macht sich die Standheizung positiv bemerkbar. Im Gegensatz zum Rest des Fahrzeugs wird diese mit Benzin betrieben. 5-10 Liter Benzin pro Jahr reichen bei mir vollkommen aus. Hier kommt auch mein erster Kritikpunkt ins Spiel. Der Vorratsbehälter für das Warmwasser der Standheizung ist aus Kunststoff. Hätte man hier einige Euro mehr investiert und einen gut isolierenden Behälter mit „Thermoskanneneffekt“ benutzt, so wäre die Heizung – auch nach einigen Stunden Standzeit – sofort warm. Ich habe den Vorratsbehälter zwar isoliert, leider bringt das aber nicht wirklich viel. Positiv fällt bei Minusgraden auf, dass der Saxo Electrique – im Gegensatz zu seinen Kollegen mit Verbrennungsmotoren– keine Probleme mit dem kalten Motor hat. Während andere stotternd losfahren und nicht richtig in die Gänge kommen, strotzt der Saxo Electrique nur so vor Agilität. Der Verbrauch des Saxo's liegt bei rund 12..14 KWh und damit bei verbundenen Stromkosten von rund 2,5 Euro auf 100 Km. Die Ladedauer beträgt in etwa 7 Stunden, wobei nach 3 Stunden 90% der Kapazität erreicht sind. Eine Schnellladung kann in rund einer Stunde durchgeführt werden, setzt aber eine spezielle Ladestation voraus. Für die Normalladung reicht eine normale Steckdose, diese sollte aber mit 25 Ampere abgesichert sein, auch wenn 16 Ampere eigentlich ausreichen sind. Die Ladeklappe am rechten Kotflügel wird beim Verschließen des Autos – welches mit einer Fernbedienung möglich ist – auch gesperrt. Man kann das Auto also auch an öffentlichen Ladestationen laden, ohne Angst haben zu müssen, dass einem das Ladekabel abhanden kommt. Alle 11 Ladungen wird automatisch eine so genannte „Ausgleichsladung“ vorgenommen. Hier wird der Ladevorgang eine Stunde länger durchgeführt, um alle Akkus auf ein gleiches elektrisches Niveau zu bekommen. Man vermeidet damit ein auseinander driften der einzelnen Zellen. Die Innenausstattung des Saxo's ist passabel. Auch hier macht sich der technisch nicht mehr ganz aktuelle Stand bemerkbar. Negativ fällt auf, dass die Lüftung nicht auf Umluft gestellt werden kann. Es wird also immer Frischluft von außen gezogen. Dies macht sich speziell bei Ampelstopps negativ bemerkbar, wenn man die „gute“ Luft des Vordermanns zu riechen bekommt. Das Ladevolumen des Kofferraums ist – bedingt durch die Akkus – beschränkt. Beim kaufen von Getränken muss die Ladeklappe entfernt werden, da die Kästen höher sind als der Abstand vom Boden bis zur Ladeklappe. Das Fahrverhalten ist einzigartig. Im Innenraum kommen fast keine Außengeräusche an. Nicht, dass der Innenraum im Bezug auf Schall besonders gut isoliert wäre - der Elektromotor arbeitet einfach kaum hörbar. Es gibt keine Störenden Windgeräusche, kein klappern oder ähnliches. Der Schwerpunkt des Saxo Electriques ist – dank der Akkus - so niedrig, dass man Kurven mit hoher Geschwindigkeit nehmen kann. Der Motorraum ist übersichtlich und aufgeräumt. Im Gegensatz zu einem Verbrenner bleibt der Motorraum sauber. Es gibt keine Hitzeentwicklung (der Elektromotor setzt über 90 % der Energie in Bewegung um, ein Verbrenner nur 30%). Man sucht vergeblich nach Zündkerzen, Motoröl, Lichtmaschine, Keilriemen, Vergaser, Luftfilter etc. Der Elektromotor ist Wartungsarm. Allein die Akkus benötigen alle 6.000 Km etwas destilliertes Wasser. Bei den Akkus handelt es sich um Nickel-Cadmium Akkus der Firma SAFT. Sie haben eine Lebensdauer von bis zu 180.000 Km und sollten (im optimalen Fall) das Auto überleben. Auch die Bremsbeläge sollten das Auto überleben, da man zumeist mit dem Motor abbremst. Dabei wird der Motor als Generator benutzt und die Bremsenergie wird in die Akkus geleitet (Rekuperation). Alles in Allem ist der Citroen Saxo Electrique ein gelungenes Auto. Es wäre allerdings für die „breite Masse“ tauglicher gewesen, wenn Lithium – Ionen bzw. Lithium - Polymer Akkus verwendet worden wären. Hier wäre eine Endgeschwindigkeit von 130 Km/h bei einer Reichweite über 200 Km machbar gewesen. Dieses ist aber an den - noch - zu hohen Preisen der Lithium Technologie gescheitert. Die wenigen Kritikpunkte an dem Auto werden durch den bei umgerechnet 1,5 Litern Benzin liegenden Spritverbrauch gut gemacht. Der Spaßfaktor ist hoch und die Belastung der Umwelt niedrig.